KERZENINNUNG
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Kerzenattrappen


Findet sich im Universal Lexikon, Leipzig 1738 noch die Definition einer Kerze poetisch beschrieben als:…„ein mit Talg oder Wachs überzogener Docht von Garn, welcher wenn er angezündet wird einen hellen Schein von sich gibt und einen verfinsterten Ort erleuchtet.“… so ist in den gültigen Kerzennormen die Kerze definiert als:

Ein oder mehrere brennbare Dochte, umgeben von einer bei Raumtemperatur (20-27 °C) festen, halbfesten oder quasifesten Brennmasse. Diese kann auch Zusatzstoffe enthalten, die für Farbe, Geruch und Stabilität oder, um die Brennkenngrößen zu modifizieren, verwendet werden. Die Funktion besteht darin, eine lichterzeugende Flamme aufrecht zu erhalten.

Entscheidend nach dieser Definition ist demnach das Vorhandensein einer festen Brennmasse die einen oder mehrere Dochte umgibt und über diese mittels einer Flamme Licht erzeugt.  Keine Rolle spielt dabei die Formgebung. Wenn sich die feste Brennmasse in einer Hülle oder einem Gefäß befindet sprechen wir auch von Lichten (Teelicht, Grablicht, Gläserlichte usw.). Lichte sind demzufolge eine Untergruppe der Kerzen. Fehlt mindestens eines dieser 3 Merkmale - feste Masse, Docht, Flamme – so sprechen wir von Kerzenattrappen oder Kerzenimitaten, selbst dann, wenn diese in der Formgebung an Kerzen erinnern. Das betrifft Lampen und Laternen (flüssige Brennmasse) oder Fackeln (dochtlos). Bei den zunehmenden LED - Kerzenattrappen fehlen letztlich zumeist sogar alle 3 Merkmale.

Auch wenn der Begriff Kerze genau definiert ist, rechtlich geschützt ist er damit noch nicht. Das hätte man vor Jahrzehnten erstreiten müssen, heute dürfte ein entsprechender Vorstoß aufgrund der inzwischen jahrelangen Begriffsverwendung verbraucherrechtlich kaum durchsetzbar sein.

Auch Kerzenattrappen haben ihre Berechtigung im Markt. Dennoch sollten wir als Kerzenhersteller auf eine richtige Verwendung und Zuordnung der Begriffe achten. Das trifft insbesondere dann zu, wenn wettbewerbsrechtlich unfaire Vergleiche gezogen werden. Neben der begrifflichen Abgrenzung ist es deshalb wichtiger auf die Einzigartigkeit der Kerze zu verweisen. Das betrifft sowohl die Kerzenflamme, deren psychologische Wirkung nicht kopiert werden kann, als auch die mit einer Kerze verbundenen Symbolik.



Literaturnachweis / Quellennachweis:


2002

Die Bedeutung des Kerzenlichts heute, gestern und morgen

Reich, W.

Die Auslese, Nr.1; S. 1-8 (2002)

Liturgie


2020

"Kerzen streicheln unsere Seele"--> zur pdf- Datei

Oliver Stefani

SZ -Interview von Stefan Wagner vom 16.12.2020

Lichtforschung



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