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Kerzenhersteller/Wachsbildner - ein Handwerk mit großer Zukunft

 
 

Auch wenn elektrischer Strom und Glühbirne die Kerze als Lichtspender abgelöst haben, gehört die Kerze ins tägliche Leben wie eh und je. Deutschland ist in Europa mit Abstand der größte Kerzenproduzent und der Bedarf steigt stetig. Die Kunst des Wachsziehens ist eines der ältesten Traditionshandwerke und besonders stark in Bayern vertreten.

Die Bayerische Wachszieherinnung ist als Bundesinnung die Standesvertretung aller Wachsbildner in ganz Deutschland, darüber hinaus hat sie Gastmitglieder in den deutschsprachigen Regionen der Nachbarländer. Die Bundesinnung mit Sitz in Augsburg-Stadtbergen ist beauftragt, die Lehrlingsausbildung zu regeln und zu überwachen, die Zwischen-, Gesellen- und Meisterprüfungen abzunehmen und das handwerkliche Können von Meistern und Gesellen zu fördern. Gemessen an der Mitgliederzahl hat die Kerzeninnung eine hohe Zahl von Ausbildungsverhältnissen. Die Betriebsgrößen der Kerzenhersteller reichen dabei von kleinen Werkstätten mit wenigen Mitarbeitern bis zu hochautomatisierten Fabriken mit bis zu vierhundert Betriebsangehörigen.
Früher gehörten zu den Wachsziehern auch die Lebzelter, also die Lebkuchenmacher. Heute gibt es den Lebzelter nicht mehr, geblieben ist der Wachszieher und sein krisensicheres Produkt - die Kerze.

Es gibt verschiedene Methoden, eine Kerze anzufertigen. Das Kerzenziehen, das dem Kerzenhersteller seinen Namen gegeben hat, ist dabei die älteste Art der Herstellung. Ursprünglich wurde dieses Verfahren per Hand mit zwei Holzrädern angewandt. Diese Technik wurde in den letzten Jahrzehnten modernisiert und automatisiert und ist nach wie vor im Einsatz. Weiter gibt es das Kerzengießen-, pressen und -auftauchen. Vielfach werden die Kerzen auch noch verziert und es gehört zu den Aufgaben des Wachsbildners, diese Kerzen zu modellieren. So ist der Beruf des Kerzenherstellers und -bildners ein kreativer Beruf, der neben Geschick und technischem Können auch Phantasie erfordert.
Die Ausbildung zum Kerzenhersteller beziehungsweise Wachsbildner dauert drei Jahre. Für das dritte fachspezifische Ausbildungsjahr kann der Auszubildende zwischen der Fachrichtung Kerzenherstellung oder Wachsbildnerei wählen. Dabei erfordert die Weiterbildung zum Wachsbildner etwas mehr Kreativität: Zunächst werden Entwürfe nach Vorlagen oder eigen en Ideen angefertigt oder gezeichnet. Diese Zeichnungen müssen mittels Modellierwachs umgesetzt werden, um dann Gießformen aus Spezialkautschuk zu erstellen. Zur Verzierung von Wachsprodukten werden Ornamente gestochen und aufgelegt. Ebenso wird durch Bemalen, Patinieren und Modellieren aus jedem Stück Wachs ein kleines Kunstwerk geschaffen. Als Eignungsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Wachszieher/Wachsbildner sind künstlerisches Einfühlungsvermögen, Hand- und Fingergeschicklichkeit, sowie etwas technische Begabung wichtig.

Arbeiten von unseren Auszubildenden, Junggesellen und Meisterkandidaten der vergangenen Jahre an und um die Kerze können Sie in unseren kleinen Bildergalerien bestaunen.

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