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Information der Liturgischen Institute Deutschlands, Österreichs und der Schweiz von Dr. Eduard Nagel

Liebe Leserin, lieber Leser,

„eine neue Ära“ kündigt ein Prospekt an mit einer „rußfreien Weltneuheit“, dem „Induktionsopferlicht“ mit „LED-Flamme“. Dass danach von einem „alten Brauch“ die Rede ist, widerspricht dann freilich den Tatsachen, denn dieses „intelligente Opferlicht“, das „kerzengleich flackert“, gibt es nicht seit alters. „Kein Ruß“, „keine Wachstropfen“, „sicher durch Induktion“, „extrem sparsam“, „ökologisch vorbildlich“ lässt dieses „innovative System“ vielleicht die Herzen von Küstern, Verwaltungsräten, Sicherheitsbeauftragten, Geizhälsen und Öko-Freaks warm werden, die Seele eines Menschen, der vor der Statue der Gottesmutter ein Lichtlein anzünden möchte als eine Art Gebet in einem Anliegen, für Kinder und Enkel, für einen Kranken oder einfach als Zeichen der Verehrung, wird angesichts dieses Gerät vor Kälte erschaudern. Schade, dass die „neue Generation des Opferlichts“ noch nicht via Internet von zuhause aus steuerbar und mit Kreditkarte bezahlbar ist. Dann müsste auch kein Mensch mit nassen oder gar schmutzigen Schuhen mehr die Kirche betreten, um den Induktionskern auf die Opferlichtaufnahme zu stecken; in Krankenhauskapellen und Altenheimen, für die das Gerät als „ideal“ bezeichnet wird, müssten sich die Leute nicht erst mühsam über Treppen und Flure schleppen. Schon die bisherigen elektrisch betriebenen flackernden Lichtlein waren ein unerträglicher Kitsch. Gegenüber ihren Nachkommen aber wirkten sie wenigstens in ihrer Unvollkommenheit so armselig, dass man sich als demütiger Beter darin noch irgendwie wiederfinden konnte. Die perfekt-kalte Leuchtdiode dagegen lässt einen nur noch frieren, meint Ihr

Eduard Nagel

 


 
 
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