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  Warum stiftet jemand eine Kerze und entzündet sie?
 

Vielleicht weil er spürt, dass das Leben sich nicht erschöpft in unseren Geschäften und Sorgen, in unseren Erfolgen und Zerstreuungen. Weil es einen Zusammenhang geben muss für einen Sinn, weil man wenigstens wünscht und sich danach sehnt, dass sich das Leben in einem Zeichen, wie es die Kerze ist, zusammenfassen lasse. Dass da in der Dunkelheit ein Licht aufgeht, dass es der Stoff meines Lebens ist, der sich hineinverzehrt in ein Licht, durch das es heller und wärmer wird.
Gewiss, die Kerze brennt nieder, wie mein Leben vergeht, aber sie steht im Gotteshaus an einem Ort, der anzeigt, dass sie nicht umsonst brennt, dass alles einen größeren Sinn hat, zur Ehre eines Höheren geschieht.
Viele Gläubige stiften Kerzen und erhoffen sich dadurch „Heilung“ oder Fürbitte für ihre Anliegen.

 
 

Gebet aus Mariastein in Tirol

Herr, diese Kerze die ich hier entzünde,
soll ein Licht sein, durch das du mich
erleuchtest in meinen Schwierigkeiten und
Entscheidungen.
Es soll ein Feuer sein, durch das du mir
allen Stolz und Egoismus verbrennst.
Ich bitte dich, dass du mein Herz erwärmst
und mich lieben lehrst.
Herr, ich kann nicht lange in dieser Kirche
bleiben.
Mit dem Brennenlassen dieses Lichtes
soll ein Stück von mir selbst hier bleiben,
das ich dir schenken möchte.
Hilf mir, dein Gebot der Liebe
zu Hause und in der Arbeit dieses Tages zu
leben.

Opferlichte
 
 
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